Letzte Weihnacht jetzt?

Danke, lieber Peter, für die Grüße und Wünsche zum Weihnachtsfest 2015.

Aber sind wir ehrlich, begreifen wir derzeit überhaupt, was dieses Fest bedeutet? Ist es nicht längst auf Konsumrausch und Bedürfnisbefriedigung zusammengeschrumpft? Hat der Papst Franziskus recht, wenn er in einer seiner Weihnachtsansprachen davon spricht, dass dieses Weihnachten das letzte Mal Anlaß für eine Feier sei. Und er setzt noch eins drauf mit der Feststellung: "Das alles ist eine Farce. Die Welt hat den Weg des Friedens nicht verstanden. Die ganze Welt befindet sich im Krieg."

Inwieweit das auch für Sie zutrifft, können natürlich nur sie selbst entscheiden. Aber eines muss uns klar sein, dass wir mit unserem Nicht-Entschieden-Sein das Leid verstärken und die Entwicklung unterstützen, die wir eigentlich nicht wollen. Natürlich kleben wir an unserem Wohlstand, an der Illusion, das alles so bleiben wird und wir uns nicht zu bewegen brauchen.

Aber es gibt eine starke Strömung in der Menschheit, die sich zu einem höheren Bewusstsein hin entwickeln will. Der evolutionäre Sprung ist notwendig geworden, um den drohenden Untergang unserer Spezies zu vermeiden. Der Ausweg ist nicht der Kampf. Dunkelheit lässt sich nicht bekämpfen. Sie verschwindet von selbst im Licht. Es ist unsere Aufgabe, dieses Licht zu sein und es nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern es in die Welt leuchten zu lassen. Was immer dies bedeuten mag, finden wir es für uns heraus und leben wir es. Das ist die Herausforderung, vor der wir gemeinsam stehen.

Ich wünsche uns, dass wir ihr gerecht werden. Den Frieden zu wollen, reicht dabei nicht mehr aus. Jetzt wird es wichtig, selbst der Frieden zu sein. Wie werde ich zum Frieden? Indem ich Frieden schließe mit dem  gegenwärtigen Augenblick. Indem ich das Unannehmliche akzeptiere und das "Ja" finde zu dem, was geschieht. Das ist es, was Jesus vor 2000 Jahren gemeint hat, als er uns aufforderte, auch die andere Backe hinzuhalten. Und da bin ich wieder beim Weihnachstfest. Es ist eine Erinnerung an die notwendige Nachfolge, das Kreuz auf sich zu nehmen und das (falsche) Selbst zu verleugnen.

Erst indem uns dieses gelingt, wird in uns der Boden für den Frieden bereitet, den wir uns alle wünschen. Das neue Bewusstsein lässt sich nicht aufhalten. Wir haben die einmalige  und historische Chance, sein Wegbereiter zu sein. Ergreifen wir sie !

 

 

 

 


Kommentare   

 
+2 # multiman 2015-12-26 20:22
Hallo Freiergeist,

die Bedeutung von Weihnachten ist für mich recht einfach.
In der "friedlichen" Zeit bleibe auch ich friedlich, und weise nur auf Widersprüche im Artikel hin (z. B. Nicht- Entschiedensein - Backe hinhalten).
Zu Figuren wie Franziskus als "Vertreter ..." könnte ich Romane schreiben in der Art Vertreter feindlicher Übernahme oder Opportunismus, verkürze aber auf ein Video:

quer-denken.tv/index.php/bibliothek/1958-wurzeln-die-uralten-gemeinsamen-urspruenge-von-religionen-mythen-mythologien

Als Beispiel irreführender Friedensbewegung kann auch dieses aktuelle Video herhalten, in dem sehr viel Wahres, allerdings in mittlerweile dümmlicher Intentionsoffenbaru ng, berichtet wird, Mensch allerdings am Ende (wie üblich bei diesen Falschspielern) sich selbst und seiner Selbstschuld überlassen bleibt:

https://www.youtube.com/watch?v=BE5U19JYrKI

Auch der am Ende auftretende, gaaanz dolle "Friedensaktivist", der sogar ein Buch mit dem Titel "Das Nichtkampfprinzip" geschrieben hat, führt sich und den ganzen Widerspruchswahnsin n ad absurdum, wie man auf seiner eigenen Webseite, wie auch anderswo feststellen kann:

www.nichtkampf-prinzip.de/kampfprinzip-consulting.html

Also wie nun, Kampf gut oder schlecht?

Vertreter echter traditioneller Kampfkunst sind da ganz einfach konkret (wahlloses Beispiel):

www.aikidokan.de/2013/10/17/buchrezension-das-nichtkampf-prinzip-von-r%C3%BCdiger-lenz/

Kann man Menschen umerziehen/ ändern?
Ja sicher, die Ergebnisse sind offensichtlich, da braucht man gar keine Kindersoldaten.

Gibt es nachhaltige Erfolge von Backen- Hinhaltern?
Ich kenne keine.

Wer wirklich wirklichen Frieden will, muss nicht mehr mit sich kämpfen, nur gegen die Feinde des Friedens!
Von nix kommt nix.

LG
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+3 # Helmut 2015-12-27 07:45
Gibt es nachhaltige Erfolge von Backen- Hinhaltern?
Ich kenne keine.

Wer wirklich wirklichen Frieden will, muss nicht mehr mit sich kämpfen, nur gegen die Feinde des Friedens!
Von nix kommt nix.

LG

Da muss ich widersprechen!
Wer wirklich Frieden will, muss sich ständig soweit schulen, dass er selbst den gewünschten Frieden leben kann und in einer Konfliktsituation nicht zum "Angstbeisser, Schläger oder Giftspritzn" wird.
Also muss man erst mit sich selbst kämpfen (Angst, Phlegma, Ego, etc.) und sich besiegen.
Wenn das gelungen ist, dann sind die Momente, bei den das Gefühl der Kampfsituation entsteht, gering.
Am Ende bleiben nur die wahren Feinde übrig, gegen die zu kämpfen man lernen muß!
Die können Gutmenschen versuchsweise lieben, was ihnen selbst schadet wird. Jesus hat nicht gesagt: "wenn einer mit einer "Klinge" Dir ins Herz sticht, dann halte auch das andere hin",- er hat die Watschn gemeint und die vollflächig auf die Backe.
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+2 # multiman 2015-12-27 12:53
Danke Helmut für diesen präzisierenden Kommentar, in dem ich keinen Widerspruch finden kann.
Die Philosophie traditioneller Kampfsportkunst aus den Lebensschulen des Mönchtums decken sich mit Ihren weiteren Aussagen.

Wenn Papst Franziskus von einer Farce redet, und in diesem Zusammenhang auf weltweiten Krieg infolge eines nicht verstandenen Weges hinweist, offenbart er das Versagen der Verteidigung des Friedens und der Liebe.

Krieg ist Kampf - und Nichtkampf ist keine Lösung.

LG
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+1 # Heidi Preiss 2015-12-27 18:42
Hallo multiman,

"Nichtkampf ist keine Lösung" - dem stimme ich zu. Wie wirds aber wieder sein?

Unsere Heiligkeit bewahrt seinen Schein.

Unsere "Führer" sagen danke für ein weiteres Jahr, in welchem sie den dummen Michel melken können.

Die BW wird seinen Anteil an jeglichem Bombenterror leisten.

Aber was die Hauptsache zu sein scheint ist, dass der Kredit für die Geschenke in den kommenden 12 Monaten bedient werden muss.

Leider.
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+1 # Helmut 2015-12-28 09:15
Eine kleine Korrektur
es gibt eine starke Strömung in der Menschheit, die sich zu einem höheren Bewusstsein (hin entwickeln will) entwickelt. (Der evolutionäre Sprung) Eine auf Moral und Ethik bauende Entwicklung ist notwendig geworden, um den drohenden Untergang unserer Spezies zu vermeiden. Der Ausweg ist (nicht der Kampf) die beständige Arbeit daran. Dunkelheit lässt sich (nicht) bekämpfen. Sie verschwindet (von selbst) im Licht der an sich Arbeitenden. Es ist unsere Aufgabe, dieses Licht zu sein und es nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern es in die Welt leuchten zu lassen. (Was immer dies bedeuten mag, finden wir es für uns heraus und) leben wir es. Das ist die Herausforderung, vor der wir gemeinsam stehen.
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+3 # Rovcanin Boban 2015-12-29 10:35
Sollten die Menschen das Glück haben jemals zu erwachen und durch friedlichen zivilen Ungehorsam das System welches uns seit Jahrtausenden knechtet angehen, dann wird uns auch der physische Kampf durch die Schergen des Systems auferlegt werden.
Zu sehen an jedem Tag, auf jedem Programm und in allen geschriebenen Berichten von den sogenannten Kriegsgebieten.
Sie werden auf uns schießen, auf uns einprügeln, uns aushungern, uns (noch mehr) vergiften und uns vor allem noch mehr gegeneinander ausspielen was, gemessen an der momentanenen Konsumgier der aller meisten Menschen ein Kinderspiel ist.
Wer nicht bereit ist für seine Freiheit zu kämpfen muss lernen auf den Knien zu leben und das machen die Menschen seit Jahrtausenden. Erst mnach dem uns auferlegten Kampf können wir vorkehrungen treffen uns nie wieder in diese Situation bringen zu lassen aber, vorher gibt es leider keinen anderen Weg ans Licht oder in die Freiheit!!!!
Ich bin im Herzen ein 100 %er Pazifist genau so wie ich im gleichen Herzen ein 100%er Kämpfer gegen das Unrecht bin und sehe da keinen Wiederspruch denn, um das Unrecht zu besiegen müssen wir es mindestens einmal im auferzwungenen Kampf besiegen!!!
Wünsche allen einen verdammt guten Rutsch ins neue Jahr und einige Momente an denen die Probleme vergessen werden!!!!
LG an alle!
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+1 # multiman 2015-12-29 15:24
Hallo Rovcanin Boban!

Verdammt guter Kommentar, der von Millionen gelesen werden müsste, um vielleicht doch noch rechtzeitig aufzuwachen.
Dann würde man auch diverse Wege des gemeinsamen Kampfes gegen Unrecht und für Frieden und Wohlstand weltweit sehen können.
Interessant, bedenkenswert und Hoffnung gebend ist doch die Tatsache, dass "ungewöhnliche" Forderungen und Maßnahmen immer aus kleineren Gemeinschaften kommen, wie z. B. Island oder Schweiz. Island war in direkter wirtschaftlicher Not, den Schweizern geht es angeblich sehr gut, sie sind wahrscheinlich einfach bewusster in ihrer Solidarität und Erkenntnis drohender Gefahr.
Theoretisch könnte der Kampf gegen Unrecht ohne physische Gewalt beendet werden, indem man einfach den Geldhahn zudreht, und die Kontrolle über die eigene Wirtschaft gewinnt, wie es die Isländer vorgemacht haben.
Die multikulturelle Schweiz gibt uns Beispiele, was man in spiritueller und politischer Solidarität bewegen kann:

einarschlereth.blogspot.se/2015/12/schweiz-halt-volksbefragung-zur.html

www.vollgeld-initiative.ch/

Es lohnt sich, sich auf dieser Webseite umzuschauen!

www.grundeinkommen.ch/category/aktuell/

Auch hier lohnt sich das Informieren. Bis gestern wusste ich nichts davon.


Sicher ist da noch lange nichts entschieden, genauso wie mit dem Volksbegehren in Österreich zum EU- Austritt, aber Anfänge sind gemacht und die Wellen werden sich ausbreiten.

In diesem Sinne wünsche ich uns Allen einen guten Rutsch in mehr Bewusstsein!
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