Bevorstehende Enteignung?

Nachdem nun auch für die Bundesbank eine Zwangsenteignung zur Staatenrettung nicht mehr undenkbar ist, scheinen sich die Pläne des IWF, über die ich hier schon ausführlicher geschrieben habe, zu konkretisieren. Diese sahen vor, Vermögen über einer gewissen Grenze mit einer Sondersteuer von 10 Prozent zu belegen um den Schuldenstand der EU-Staaten damit auf die in den Maastrich-Regeln festgelegten 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu reduzieren. Die Vermögen in Europa werden auf ca. 39 Billionen Euro geschätzt, eine zehnprozentige Vermögensabgabe würde demnach 3,9 Billionen Euro in die europäischen Staatskassen, die mit mehr als 9 Billionen verschuldet sind, spülen.

 

Leider wird der Begriff Vermögensabgabe von den meisten Menschen nicht richtig verstanden. Für sie ist Vermögen gleichbedeutend mit riesigem Bankguthaben und sie sind deshalb der Meinung, eine solche Vermögensabgabe würde sie nicht betreffen, da ihr Bankguthaben eher gering ist . Unterstützt in ihrer Meinung werden sie von den Mainstream-Medien und der Politik, die nicht müde werden, darauf hinzuweisen, dass eine Vermögensabgabe eben nur die Reichen treffen würde, was schließlich durchaus gerecht wäre. Dass Grundbesitz, ein abbezahltes Häuschen, Lebensversicherungen, Aktien oder sonstige Anlageformen für den Staat ebenfalls Vermögen darstellen können bleibt größtenteils unerwähnt. Erinnert sei hier an das im September 1952 in Kraft getretene Lastenausgleichsgesetz und auch daran, dass eine deutlich höhere Vermögensabgabe beschlossen werden kann.

Ob und wann eine Vermögensabgabe kommen und wie hoch sie sein wird, lässt sich nicht vorhersagen, für gänzlich unwahrscheinlich halte ich sie nicht. Und sollte sie kommen, dann sicherlich überraschend und rückwirkend.

Obwohl ich eine einmalige Vermögensabgabe für nicht ganz unwahrscheinlich halte, für eine beschlossene Sache halte ich sie nicht. Führende Politiker und deren Berater müssten noch dümmer als gedacht sein – was natürlich nicht auszuschließen ist – sollten sie eine Vermögensabgabe zur Bekämpfung der Schuldenkrise oder zur Abwendung eines Staatsbankrotts beschließen.

Die großen Vermögen in Europa werden – weil sie schließlich gewarnt wurden – relativ unangetastet bleiben. Etwas zu holen gäbe es dann nur noch beim Mittelstand, was nicht folgenlos für die Wirtschaft eines Staates bliebe, und der schon ausgedünnten gutbürgerlichen Schicht. Und dies auch nur noch in ein paar Staaten der EU, denn in Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien, Frankreich oder den Niederlanden lässt sich auf Grund der hohen privaten Verschuldung nicht mehr allzu viel eintreiben.

Zudem müsste mit massivem Widerstand der von der Vermögensabgabe Betroffenen gerechnet werden, der die ohnehin schon großen Spaltungstendenzen in Europa befeuern und soziale Unruhen heraufbeschwören würde.

Auch würde eine Vermögensabgabe keineswegs die Verschuldungsprobleme der europäischen Staaten dauerhaft lösen, mit ihr ließe sich nur Zeit bis zum nächsten Krisenausbruch schinden. Zeit voller Unruhen und Spannungen, die von den Bürgern Europas dann sicherlich dazu genutzt werden wird, die Europäische Union und die Gemeinschaftswährung oder gar das Finanzsystem grundsätzlich zu hinterfragen. Dies dürfte kaum im Sinne der Regierenden sein.

Eine gegen den Widerstand der Bevölkerung beschlossene Vermögensabgabe macht wirtschaftlich und politisch keinen Sinn. Als Provokation, die zu Kapitalabfluss aus Europa, zu Bank runs und damit zum Crash des Finanzsystems führt, ist sie sehr wohl geeignet. Schuld am Crash und dem damit verbunden Verlust ihrer gesamten Guthaben wird die Bevölkerung selbst sein. Wäre sie dazu bereit gewesen läppische 10 Prozent ihres Vermögens zur Rettung ihres Staates abzugeben, dann hätte sie nicht ihr ganzes Vermögen verloren.

 

Wie dem auch sei, die geplante Vermögensabgabe ist nur ein Stein im Mosaik der weltweiten Bedrohungen. Allzu viele Steine fehlen allerdings nicht mehr zu dessen Fertigstellung.

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.


Kommentare   

 
+2 # Christel Jungbluth 2014-01-30 12:08
Hallo,

ich habe mir den Artikel mal fein durch den Kopf gehen laasen. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich mich mit diesen Gedanken schon etwas länger befasse.

Meist sind das ja nur Ankündigungen, um zu testen, wie das Volk so reagiert.

Also, da keiner seine Hunderttausende so auf dem Konto brach liegen lässt, müsste man davon ausgehen, dass vorhandene Immobilien, Yachten, Firmen und Grund und Boden berücksichtigt werden müssten, wie auch Beteiligungen an Börsengeschäften.

Dieser Aufwand wäre ja kurzfristig überhaupt nicht möglich, alles zu erfassen, zumal sich die Ereignisse ja ständig ändern würden.

Man hat sich bis jetzt ernsthaft bemüht, die Guthaben der Reichen zu vermehren und stattdessen die Massen zu beschneiden. Hier wird die Messlatte angelegt werden und nirgendwo anders!

Es ging immer darum, bei den deutschen Massenzu kürzen und eine Anpassung an andere Völker vorzunehmen.

Ich lasse mich jedoch gerne anders überzeugen.

Christel
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0 # pedrobergerac 2014-02-09 22:35
zitiere Christel Jungbluth:
Hallo,

Man hat sich bis jetzt ernsthaft bemüht, die Guthaben der Reichen zu vermehren und stattdessen die Massen zu beschneiden. Hier wird die Messlatte angelegt werden und nirgendwo anders!

Christel


Vielleicht können es die Menschen leichter begreifen wenn ihnen bewusst wird, dass die USA am gleichen Gängelband hängen wie Russland und der Rest der Welt und das Alles was man uns in der hohen Politik vorspielt nur ein Ablenkungsmanöver für den größten Raubzug der Geschichte ist.
Die Welt wird von der FED regiert.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=umy5eTD8KFk
Und alle unsere Politiker schweigen dazu. Auch die AfD.
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