Recep Tayyip Erdoğan – der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

Ostern ist vorbei und zumindest blieb Europa von weiteren Terroranschlägen verschont. Ebenso trat in den letzten Tagen das Asyl- und Migrationsproblem in den Hintergrund. Und auch aus Syrien und dem Irak gab es keine neuen Schreckensmeldungen zu verkünden. Dort gelang es der syrischen Regierung mit russischer Unterstützung Daesh (die zu Recht benutzte Bezeichnung für den IS) zurückzudrängen und empfindliche Niederlagen zu bereiten. Als von zwangsfinanzierten Medien mit Informationen versorgtem Bürger könnte man den Eindruck gewinnen, der Konflikt in und rund um Syrien würde sich ein wenig entspannen.

Dem ist allerdings nicht so, denn mit der Entwicklung in Syrien ist, auch wenn es den Anschein hat, beileibe nicht jeder zufrieden. Die Zerschlagung von Daesh ist nicht gerade im Sinne der USA – wer sieht schon gerne dem Niedergang von etwas zu, an dessen Schaffung er nicht gerade unbeteiligt war – und vor allem der Türkei unter Erdoğan dürfte die Zerschlagung von Daesh sehr ungelegen kommen. Wie gereizt die Türkei ist, das macht das Geplänkel um den Satirebeitrag des NDR zur Person Erdoğans deutlich.

Bis zum Eingreifen Russlands im Kampf gegen Daesh und andere terroristische Gruppierungen sah Erdoğan seine Pläne eines neuen Osmanischen Reiches in Erfüllung gehen. Ein Osmanisches Reich, in dem die „laizistische Ordnung“ einer „islamischen Ordnung“ weichen sollte. Die Errichtung eines solchen Osmanischen Reiches im Sinne Necmettin Erbakans (der auch offen von einer angeblichen zionistischen Weltverschwörung sprach) schien für Erdoğan in greifbare Nähe gerückt zu sein. Unter dem Vorwand Daesh (real ein Verbündeter Erdoğans) zu bekämpfen würde der Sturz Assads und dadurch auch eine Neuordnung Syriens ermöglicht werden. Im Norden Syriens hätte dann ein Kurdistan geschaffen werden können, in das sich die in der Türkei lebenden Kurden vertreiben ließen würden.

Russland machte die Pläne Erdoğans vorerst zunichte in dem es – was Erdoğan und seine westlichen „Partner“ niemals beabsichtigten – Daesh zurückdrängte und dadurch einen Sturz Assads zum wiederholten Mal verhinderte. Zudem deckte Russland die „Handelsbeziehungen“ der Regierung Erdoğan zu Daesh auf.

Nach dem teilweisen Abzug der russischen Truppen aus Syrien keimte in Erdoğan wieder die Hoffnung, gemeinsam mit seinen NATO-Partnern Syrien neu zu ordnen und seine Pläne doch noch umsetzten zu können. Doch dieser Hoffnung wird er nun beraubt. Immer klarer wird, dass ihn seine westlichen „Partner“ - die andere Pläne verfolgen - bisher nur benutzt haben. Sie haben ihn aufgerüstet und ihm leere Versprechungen gemacht. Zwar unterstützen die europäischen Staaten aufgrund ihrer völligen Verdummung die Türkei finanziell noch immer und füttern dadurch die Hand die sie schon bald beißen wird. Der wichtigste „Verbündete“, die USA, lässt die Türkei aber schon jetzt fallen wie eine heiße Kartoffel. Das Ziel der USA bleibt weiterhin die Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens die zu einer Neuordnung in ihrem Sinne führen soll. Um dieses Ziel zu erreichen muss auch die Türkei destabilisiert werden. Mit ihrer Unterstützung der Kurden haben die USA den ersten Schritt zur Destabilisierung der Türkei, an deren Ende der Sturz Erdoğans stehen wird, getan.

 

Erdoğan ist nur ein weiterer Bauer auf dem Schachbrett der geopolitischen Interessen der USA. Er wurde, wie viele andere Staatschefs in den letzten hundert Jahren, von den USA und ihren Vasallen nur zugelassen und aufgerüstet um Aufgaben zu erledigen, die den USA zu schmutzig sind.

Ob sich der von Allmachtsträumen erfüllte Erdoğan dazu verleiten lassen wird die für ihn vorgesehenen Aufgaben zu erledigen, das werden die nächsten Wochen zeigen. Die USA werden alles dafür tun, dass sich ein von seinen „Partnern und Freunden“ im Stich gelassener, enttäuschter und in die Enge getriebener Erdoğan dazu provozieren lässt, seinen Traum eines neuen Osmanischen Reiches militärisch zu verwirklichen.

 

Die angeordnete Ausreise aller Angehörigen von Angestellten des US-Verteidigungsministeriums aus den türkischen Städten Adana (einschließlich der Air Base Incirlik), Ismir und Mugla verheisst jedenfalls nichts Gutes.

 

Weitere Informationen zur verworrenen Lage in der Türkei finden Sie hier.

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

 

 


Kommentare   

 
+3 # multiman 2016-03-30 20:15
Mir fallen momentan gar keine Vergleiche mehr ein zu diesem Wahnsinn, in dem unzählige Gutmenschen ihre dreckigen Finger haben.

De facto findet seit langer Zeit eine ungestrafte Demütigung aller friedliebenden Menschen weltweit statt. Die Welt wird von Verrückten aus allen Lagern beherrscht.

Beispiel?

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/30/stimme-aus-der-tuerkei-deutschland-wird-gedemuetigt/

LG
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+1 # Carlo 2016-04-02 14:23
Ich möchte einen Link besteuern:

"In Syria, militias armed by the Pentagon fight those armed by the CIA"

http://www.latimes.com/world/middleeast/la-fg-cia-pentagon-isis-20160327-story.html
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